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Schengen-Visum-Ablehnungsstatistik 2026: Was 12 Millionen Anträge zeigen

iReturnTicket Team
Schengen-Visum-Ablehnungsstatistik 2026: Was 12 Millionen Anträge zeigen

An jedem abgelehnten Visumantrag hängt eine Zahl. Neunzig Euro für den Anfang — die Standard-Antragsgebühr für ein Schengen-Visum, die bei einem Nein nicht erstattet wird. Dazu die Servicecenter-Gebühr, die im Voraus abgeschlossene Reiseversicherung, der freie Tag für den Termin. Und für eine überraschend große Gruppe von Antragstellern kommt die größte Zahl von allen hinzu: ein nicht erstattungsfähiges Flugticket, gekauft, bevor die Entscheidung da war.

Visastatistiken werden meist als Prozentwerte berichtet. Hinter den Prozenten steht jedoch eine sehr konkrete Frage, die sich jeder Antragsteller stellt: Wie viel Geld riskiere ich für einen Antrag, der abgelehnt werden könnte? Die aktuellsten Ganzjahresdaten — von der Europäischen Kommission im Mai 2026 veröffentlicht, für das gesamte Jahr 2025 — geben darauf eine ungewöhnlich präzise Antwort.

Kurze Antwort: Die Schengen-Konsulate erhielten 2025 12,06 Millionen Anträge auf Kurzaufenthaltsvisa und lehnten 14,6 % davon ab — rund 1,76 Millionen Anträge. Bei 90 € pro Antrag verloren abgelehnte Antragsteller allein an nicht erstattungsfähigen Gebühren mehr als 157 Millionen Euro — ohne Servicegebühren oder vorgebuchte Reisen. Die Ablehnungsquoten variieren enorm nach Nationalität: von rund 4 % für chinesische Antragsteller bis über 50 % für Antragsteller aus Senegal und Burundi. Die Daten zeigen auf einen klaren, vermeidbaren Fehler — ein Flugticket zum vollen Preis zu kaufen, bevor das Visum genehmigt ist. Die Konsulate akzeptieren stattdessen eine verifizierbare Flugreservierung, und mehrere raten ausdrücklich davon ab, Tickets im Voraus zu kaufen.


Die Kernzahlen für 2025

Die Europäische Kommission veröffentlicht jedes Frühjahr die vollständige Schengen-Visastatistik des Vorjahres. Der im Mai 2026 veröffentlichte Datensatz für 2025 ist das aktuellste Gesamtbild — und die Zahlen haben Gewicht.

Indikator20252024
Eingegangene Anträge12,06 Millionen11,7 Millionen
Erteilte Visa10,3 Millionen9,7 Millionen
Globale Ablehnungsquote14,6 %14,8 %
Abgelehnte Anträge (ca.)~1,76 Millionen~1,7 Millionen
Antragsgebühr (nicht erstattungsfähig)90 €80–90 €
Durch Ablehnungen verlorene Gebühren (gesch.)157 Mio. €145 Mio. €

Drei Dinge fallen auf. Erstens: Die Nachfrage wächst weiter — die Anträge stiegen um 4,3 % gegenüber dem Vorjahr, liegen aber noch deutlich unter den 17 Millionen von 2019. Zweitens: Die Ablehnungsquote bewegte sich kaum — noch immer wird jeder siebte Antrag abgelehnt. Drittens: Es geht um immer mehr Geld. Unabhängige Analysen der Kommissionsdaten beziffern die durch Ablehnungen verlorenen Gebühren auf rund 130 Millionen Euro 2023, 145 Millionen 2024 und 157 Millionen 2025 — kumuliert 432 Millionen Euro in drei Jahren, gezahlt von Menschen, die dafür nichts bekamen.

Primärquelle ist die Statistikseite der Kommission selbst: Kurzaufenthaltsvisa der Schengen-Staaten.


Ablehnungsquoten nach Nationalität: ein Unterschied um das 13-Fache

Der globale Durchschnitt von 14,6 % verdeckt die wichtigste Erkenntnis des Datensatzes: Ihr realistisches Ablehnungsrisiko hängt stark von Ihrem Pass ab.

Nationalität des AntragstellersAblehnungsquote (2025)
Burundi53,4 %
Senegal51,9 %
Nigeria~48 %
Algerien31 %
Globaler Durchschnitt14,6 %
Thailand~6 %
Russland6,4 %
Saudi-Arabien~6 %
China~4 %

Ein Antragsteller aus Burundi wird häufiger abgelehnt als angenommen. Ein chinesischer Antragsteller erhält etwa bei jedem 25. Antrag eine Ablehnung. Analysen der Kommissionsdaten haben wiederholt gezeigt, dass afrikanische Antragsteller um ein Mehrfaches häufiger abgelehnt werden als asiatische — und weil die Gebühren pro Antrag unabhängig vom Ergebnis anfallen, trifft der Ablehnungskostenblock die Länder mit den höchsten Quoten am härtesten. Rund ein Drittel aller Gebührenverluste stammt aus nur vier Ländern: Türkei, Algerien, Indien und Marokko.

Die fünf größten Antragsgruppen 2025 waren China (1,9 Millionen Anträge), die Türkei (1,26 Millionen), Indien (1,15 Millionen), Russland (679.000) und Marokko (620.000). Wer einen dieser Pässe hält, tritt gegen genau diese Statistik an — bevor auch nur ein einziges Dokument geprüft wurde.


Ablehnungsquoten nach Zielland

Auch der Ort der Antragstellung zählt. Die Länderauswertung (2024, der aktuellste vollständige Zielland-Datensatz) zeigt eine große Spannweite zwischen den strengsten und den mildesten konsularischen Netzen:

  • Höchste Ablehnungsquoten: Malta (38,5 %), Estland (27,2 %), Belgien (24,6 %)

  • Um den Durchschnitt: Frankreich (15,8 % — bei über 3 Millionen bearbeiteten Anträgen, dem größten Volumen im System)

  • Niedrigste Ablehnungsquoten: Slowakei (~9,6 %), auch Litauen und mehrere kleinere Netze deutlich unter dem Schnitt

Zwei Warnungen, bevor man zu viel in diese Tabelle hineinliest. Konsulate entscheiden Fall für Fall — ein niedriger Landesdurchschnitt macht eine schwache Akte nicht stark. Und die Taktik „beim einfachsten Land beantragen" verstößt gegen eine formale Regel: Sie müssen beim Konsulat Ihres Hauptreiseziels beantragen (bzw. des Ersteinreiselandes bei gleicher Aufenthaltsdauer). Eine um ein mildes Konsulat herum konstruierte Route, die nicht zum echten Reiseplan passt, ist selbst ein Ablehnungsgrund.


Warum Anträge tatsächlich abgelehnt werden

Aus konsularischen Meldungen zusammengetragene Daten zu Ablehnungsgründen zeigen Jahr für Jahr dasselbe Muster:

  • Unzureichende finanzielle Mittel — rund 21 % der Ablehnungen. Kontoauszüge, die die erklärte Reise nicht plausibel abdecken.

  • Nicht konforme Reiseversicherung — rund 15 %. Falsche Deckungssumme, falsche Daten oder ganz fehlend.

  • Unklarer Reisezweck — rund 12 %. Erklärter Zweck, Route und Dokumente erzählen keine stimmige Geschichte.

  • Zweifel an der Rückkehrabsicht — rund 12 %. Der Beamte ist nicht überzeugt, dass der Antragsteller den Schengen-Raum rechtzeitig verlässt.

Man beachte die letzten beiden Kategorien: Fast ein Viertel aller Ablehnungen läuft auf Kohärenz hinaus — ob die Akte in ihrer Gesamtheit eine glaubwürdige Hin- und Rückreise beschreibt. Die Flugdokumentation steht im Zentrum dieser Bewertung. Ein Antrag ohne Ausreisebuchung oder mit Flugdaten, die der Hotelbuchung widersprechen, nährt genau die Zweifel, die die Ablehnungskategorien drei und vier beschreiben. Deshalb verlangt jede Schengen-Checkliste eine Flugreservierung — und deshalb muss die Reservierung echt und mit dem Rest der Akte konsistent sein. Unser Schengen-Flugreservierungs-Guide erklärt die Erwartungen Land für Land.


Der versteckte Multiplikator: Was eine Ablehnung wirklich kostet

Die 90-Euro-Gebühr ist nur der sichtbare Teil eines abgelehnten Antrags. Unabhängige Schätzungen, die Servicecenter-Gebühren einbeziehen, setzen die durchschnittlichen Gesamtkosten einer abgelehnten Akte bei rund 185 € an — über 300 Millionen Euro pro Jahr über alle abgelehnten Antragsteller hinweg. Die Rechnung setzt sich typischerweise so zusammen:

  • Antragsgebühr: 90 €, per Verordnung nicht erstattungsfähig.

  • Servicecenter-Gebühr (VFS/TLS): typischerweise 30–45 €, nicht erstattungsfähig.

  • Reiseversicherung: als Pflichtdokument vor dem Termin abgeschlossen; Erstattungsregeln variieren.

  • Vorgebuchte Flüge: 300–2.000 €+ bei echten Tickets — der größte und am leichtesten vermeidbare Verlust.

Jeder Posten auf dieser Liste außer einem ist entweder verpflichtend oder klein. Das Flugticket ist keins von beidem. Nichts im Schengen-Visakodex verlangt zum Antragszeitpunkt ein bezahltes Ticket — Artikel 14 verlangt den Nachweis einer Reservierung für die Rück- oder Weiterreise, und mehrere Konsulate (Frankreich ausdrücklich in seinen Antragshinweisen) raten vom Ticketkauf vor der Genehmigung ab. Bei einer durchschnittlichen Ablehnungsquote von 14,6 % — für viele Nationalitäten weit höher — ist ein nicht erstattungsfähiges 600-Euro-Ticket vor der Entscheidung eine Wette, die die Zahlen schlicht nicht decken.

Eine verifizierbare Flugreservierung — eine echte Buchung mit aktivem PNR im System einer Airline, erstellt für eine kleine Gebühr — erfüllt die Dokumentationspflicht ohne dieses Risiko. Wird das Visum genehmigt, kaufen Sie das echte Ticket mit bestätigten Daten. Wird es abgelehnt oder verzögert, haben Sie den Preis eines Kaffees verloren, nicht den eines Transatlantikflugs. Die Mechanik dahinter erklärt wie eine verifizierbare Flugreservierung tatsächlich funktioniert.


Was die Daten Ihnen raten

Kennen Sie Ihre Ausgangslage. Prüfen Sie vor dem Antrag die Ablehnungsquote Ihrer Nationalität — sie kalibriert, wie sorgfältig Sie sich vorbereiten sollten, nicht ob Sie beantragen sollten. Eine starke, stimmige Akte aus einem Hochablehnungsland schlägt eine nachlässige Akte aus einem Niedrigablehnungsland.

Beheben Sie zuerst die Kohärenzfehler. Finanzen, Versicherung, Zweck, Rückkehrabsicht — die vier datenbelegten Ablehnungsgründe. Kontoauszug zur Reise, Versicherung zu den Daten, jedes Dokument zur selben Geschichte.

Kaufen Sie das Ticket nie vor der Entscheidung. Die Verordnung verlangt es nicht, die Konsulate raten davon ab, und die Ablehnungsstatistik beziffert exakt Ihr Risiko. Nutzen Sie für den Antrag eine verifizierbare Reservierung; das echte Ticket kommt nach der Genehmigung.

Timen Sie die Reservierung richtig. Reservierungen werden in Airline-Systemen nur für ein begrenztes Fenster gehalten (typisch 24–48 Stunden). Erstellen Sie Ihre nah am Termin oder Einreichungsdatum, damit sie bei der Prüfung aktiv ist — eine abgelaufene, automatisch freigegebene Buchung hilft niemandem.

Bei einer Ablehnung ist die Gebühr weg — die Reise muss es nicht sein. Sie können Widerspruch einlegen oder mit korrigierter Akte neu beantragen. Ein neuer Antrag heißt neue Dokumente, einschließlich einer frischen Reservierung mit aktualisierten Daten. Das größere Bild der Reisedokumentation — für Schengen und überall sonst — steht in unserem kompletten Guide zum Nachweis der Weiterreise.


Häufig gestellte Fragen

Wie viel Prozent der Schengen-Visumanträge wurden 2025 abgelehnt? Global 14,6 %, laut den im Mai 2026 veröffentlichten Daten der Europäischen Kommission — rund 1,76 Millionen Ablehnungen bei 12,06 Millionen Anträgen. 2024 lag die Quote bei 14,8 %.

Wie viel Geld verlieren abgelehnte Antragsteller? Über 157 Millionen Euro allein an Antragsgebühren im Jahr 2025, laut unabhängigen Analysen der Kommissionsdaten. Schätzungen inklusive Servicecenter-Gebühren setzen den Durchschnitt bei rund 185 € pro abgelehnter Akte an — vor etwaigen vorgebuchten, nicht erstattungsfähigen Reisen.

Welche Nationalitäten haben die höchsten Ablehnungsquoten? In den Daten für 2025: Burundi (53,4 %), Senegal (51,9 %) und Nigeria (~48 %) gehörten zu den höchsten; Algerien lag bei 31 %. Die niedrigsten Quoten hatten chinesische (~4 %), saudische, thailändische und russische (6,4 %) Antragsteller.

Welches Schengen-Land lehnt die meisten Anträge ab? Nach Ablehnungsquote führte zuletzt Malta die Länderdaten an (38,5 % in 2024), gefolgt von Estland und Belgien. Aber man kann sich kein mildes Konsulat aussuchen — beantragt wird beim Land des Hauptreiseziels.

Brauche ich ein bezahltes Flugticket für den Schengen-Antrag? Nein. Der Schengen-Visakodex (Verordnung 810/2009, Artikel 14) verlangt den Nachweis einer Beförderungs-Reservierung, kein gekauftes Ticket — und Konsulate wie das französische raten ausdrücklich davon ab, vor der Genehmigung Tickets zu kaufen. Eine verifizierbare Reservierung mit echtem PNR erfüllt die Anforderung — die Praxis erklärt unser kompletter Dummy-Ticket-Guide.

Was passiert mit meinem Flugticket, wenn das Visum abgelehnt wird? Nichts Gutes. Airlines sind nicht verpflichtet, ein Ticket wegen eines abgelehnten Visums zu erstatten — das gilt als Risiko des Passagiers. Nicht erstattungsfähige Tarife sind komplett verloren; selbst „flexible" Tarife tragen meist 100–200 € Umbuchungs- oder Stornogebühren. Das ist der größte vermeidbare Kostenpunkt im gesamten Antragsprozess.

Steigt die Zahl der Anträge? Ja — 12,06 Millionen in 2025, 4,3 % mehr als 2024 und der dritte Jahresanstieg in Folge, aber noch deutlich unter dem Höchststand von 17 Millionen aus 2019. Mehr Anträge bei stabiler Ablehnungsquote bedeuten: Die Gesamtkosten der Ablehnungen wachsen jedes Jahr weiter.


Geschrieben vom iReturnTicket Travel Team — Vielreisende, die Visumanträge, One-Way-Check-ins und Grenzdokumentationspflichten in Dutzenden Ländern persönlich durchlaufen haben. Statistiken aus dem Schengen-Visadatensatz 2025 der Europäischen Kommission (veröffentlicht Mai 2026) und unabhängigen Analysen derselben Daten; Zahlen wo angegeben gerundet.


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